Unfallabwicklung – So einfach geht das!

Was ist Unfallabwicklung und wie funktioniert sie?

Was für Schadenspositionen regulieren die gegnerischen Versicherer nach einem Verkehrsunfall und wovon hängt die Erstattungsfähigkeit bei der Schadenabwicklung ab?

Nach einem Verkehrsunfall ist vor allem der Geschädigte mit der Unfallabwicklung oft stark gefordert, zumal die gegnerische Haftpflichtversicherung nichts zu verschenken hat und damit oftmals nicht dasjenige regulieren wird oder will, was dem Geschädigten nach einem Haftpflichtschaden eigentlich zusteht.

Welche Schadenspositionen sind nach einem Unfall von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu ersetzen?

Hat der Unfallgegner den Unfall verschuldet, so muss dessen Versicherung grundsätzlich alle Schäden bezahlen, die durch den Verkehrsunfall entstanden sind.

Die Erstattungsfähigkeit hängt also von der Schuldfrage ab und von der Angemessenheit der im Einzelnen entstandenen Kosten. Positionen wie Wertminderung, Kosten für Leihwagen und Abschleppdienst sowie Nutzungsausfall während der Reparaturdauer gehören im Haftpflichtfall ebenso dazu, wie Reparaturkosten und Kosten für Rechtsanwalt und Gutachten eines Sachverständigen.

Hängt die Schadenabwicklung vom Fahrzeugtyp ab?

Nein, grundsätzlich ist es egal, ob der Geschädigte Halter eines Fiat, Alfa, Ford, Toyota oder Porsche Turbo ist. Die Haftpflichtversicherung muss in der gleichen Weise regulieren, ist allerdings das Fahrzeug insgesamt teurer oder der Schaden größer, wird die Versicherung noch größere Anstrengungen unternehmen, um bei der Unfallabwicklung möglichst viel zu sparen.

Ist für die Unfallabwicklung eine Unfallskizze und/oder ein ausgefüllter Unfallfragebogen erforderlich?

Nein, der Verunfallte benötigt für die Abwicklung weder eine Unfallskizze, noch einen ausgefüllten Unfallfragebogen. Solche Dokumente sind höchstens nützlich, damit die gegnerische Versicherung besser regulieren kann. Eine Unfallskizze kann der Verunfallte übrigens selbst zeichnen oder sich eines Tools zur Erstellung einer Unfallskizze bedienen (ein sehr nützliches Tool zur Erstellung einer Unfallskizze gibt es hier).

Hängt die Wertminderung nach einem Autounfall von der Fahrzeugmarke ab?

Die Wertminderung ist hinsichtlich der Erstattungfähigkeit wiederum unabhängig von der Fahrzeugmarke, ob das Unfallopfer also Fiat, Toyota oder Jeep fährt, ist nicht entscheidend. Unterschiedliche Automobile sind allerdings unterschiedlich wertvoll, es liegt also auf der Hand, dass ein hochpreisiges Fahrzeug schneller einen Wertverlust erfährt, als ein günstigeres Auto. Derselbe Unfall wird also bei einem Porsche wohl zu einer höheren Minderung führen, als beispielsweise bei einem Fiat.

Spielt es für die Schadenregulierung eine Rolle, ob das Auto ein Neuwagen oder Gebrauchtwagen ist?

Ja, das spielt zum Beispiel eine Rolle für die Frage, ob der Verunfallte das Auto in einer markengebundenen Fachwerkstatt reparieren lassen kann (beim Neuwagen bis drei Jahre müssen Unfallgegner und Versicherung dies in jedem Fall hinnehmen), oder ob die Reparatur in einem freien Autohaus stattfinden kann (bei älteren Gebrauchtwagen wird dies von der gegnerischen Haftpflichtversicherung sicher behauptet werden). Je nach Alter der durch den Unfall betroffenen Automobile muss die Versicherung höhere Reparaturkosten also unter Umständen nicht hinnehmen, auch wenn ihr Versicherungsnehmer den Unfall verschuldet hat.