Unfallabwicklung mit der gegnerischen Versicherung — Was muss der gegnerische KFZ-Haftpflichtversicherer dem Geschädigten bezahlen?

Der Schadensumfang – Viele einzelne Positionen, die der Laie meist nicht kennt

Will man das Unfallfahrzeug nach einem Verkehrsunfall behalten, hat man gegen den Schädiger einen Anspruch auf Ersatz sämtlicher Schadenspositionen, die durch den Unfall entstanden sind.

Begrenzt ist dieser Anspruch bei den Reparaturkosten auf 130% vom aktuellen Wiederbeschaffungswert des KFZ.

Im Folgenden werden sämtliche Kostenpunkte, die von der Haftpflicht des Schädigers getragen werden müssen, erläutert.

Abschleppkosten

Sollte das Fahrzeug nach einem Verkehrunfall nicht mehr fahrbereit sein, werden dem Geschädigten die Abschleppkosten zu einer geeigneten Fachwerkstatt durch die Haftpflichtversicherung des Schädigers ersetzt.

Reparaturkosten

Gemeint sind die Kosten, die anfallen, um das Fahrzeug in den Zustand zurückzuversetzen, in dem es sich von dem Unfall befunden hat. Zur Unfallregulierung ist es hierbei völlig ausreichend, wenn der Geschädigte eine Reparaturrechnung bei der gegnerischen Versicherung vorlegt.
Alternativ besteht die Möglichkeit, den Unfallschaden auf Gutachtenbasis abzurechnen, indem ein unabhängiger Gutachter ein Sachverständigengutachten erstellt, das sämtliche Schäden des Unfallfahrzeugs erfasst.

Wertminderung

Wurde das Fahrzeug durch den Verkehrsunfall nicht unerheblich beschädigt und ist damit durch den Unfallschaden weniger wert, als es vor dem Unfall war (sogenannter „merkantiler Minderwert“), hat der Geschädigte einen Anspruch gegen den Haftpflichtversicherer auf Ausgleich der Wertminderung.

Nach einer Faustregel ist eine Wertminderung möglich, wenn das Fahrzeug unter 100.000 Kilometer Laufleistung hat oder nicht älter als 5 Jahre ist und sich vor dem Unfall in scheckheftgepflegtem Zustand befunden hat.

Die Höhe der Entschädigung hängt davon ab, wie hoch der entstandene Schaden war.

Totalschaden

Übersteigen die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungsaufwand oder handelt es sich gar um einen wirtschaftlichen Totalschaden (=130% vom Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs), erhält der Geschädigte den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert des Unfallfahrzeugs ausgezahlt.

Um Differenzen mit dem gegnerischen Haftpflichtversicherer bzgl. des Restwerts zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Restwert im Vorfeld durch ein Sachverständigengutachten bestätigen zu lassen.