Jeden Tag kommt es auf Deutschlands Straßen tausendfach zu Autounfällen. Meistens geht es glücklicherweise mit Blechschäden ab, dennoch gibt es in jedem dieser Einzelfälle einen Haftpflichtversicherer, der dem jeweils Geschädigten seinen Schaden ersetzen muss.

Und natürlich hat dieser Haftpflichtversicherer ein ganz erhebliches Interesse daran, dem Geschädigten möglichst wenig Geld bei der Unfallabwicklung bezahlen zu müssen. Die Lösung aus der Sicht der Versicherungswirtschaft ist das sog. aktive Schadenmanagement.

Die Haftpflichtversicherer versuchen damit, dem Geschädigten die Abwicklung des Unfalles größtmöglich aus der Hand zu nehmen. Angeblich, um ihm den Arbeitsaufwand zu erleichtern.

Was sich an und für sich nicht schlecht anhört, ist in Wahrheit ein sehr wirkungsvolles Maßnahmenpaket für Haftpflichtversicherer. Nämlich dafür, wie der jeweilige Haftpflichtversicherer auf Kosten des Geschädigten viel Geld sparen kann. Aber was genau sind die Schlüsselstellen, an denen der Geschädigte durch den Versicherer um seine Rechte gebracht wird?

Die Kontaktaufnahme mit dem Geschädigten – der Zentralruf der Autoversicherer

Die Haftpflichtversicherer versuchen nach einem Unfall, so schnell mit dem Unfallopfer in Kontakt zu treten, wie es möglich ist. Dies gelingt den Versicherern zum einen dadurch, dass sie vom Schädiger als ihrem eigenen Versicherungsnehmer über den Unfall informiert werden und so an die Kontaktdaten des Geschädigten gelangen.

hotline unfallhelden

„Fazit: Unfall­helden nützlich und bequem“ Stiftung Warentest

Ein weiteres wirkungsvolles Instrument ist daneben der Zentralruf der Autoversicherer. Meldet sich der Geschädigte beim Zentralruf der Autoversicherer, um herauszufinden, von wem er seinen Schaden ersetzt verlangen kann, gerät er unmittelbar an ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Versicherungswirtschaft, das ihm das aktive Schadenmanagement „wohlwollend“ ans Herz legt. Nähere Informationen zum Zentralruf der Autoversicherer bietet dieser Beitrag. Zeigt der Geschädigte Interesse hieran, setzt der Haftpflichtversicherer seine Maßnahmen ein.

Die Tricks der Versicherungswirtschaft beschränken sich allerdings nicht nur darauf, dem Geschädigten das aktive Schadenmanagement anzudienen. Es gibt noch zahlreiche weitere, die Versicherer vor allem dann zum Einsatz bringen, wenn sich der Geschädigte keiner professionellen Hilfe bedient.

1. „Sie brauchen keinen eigenen Gutachter, wir schicken Ihnen einen!“

Das erste, was der Versicherer unternimmt, ist zu verhindern, dass der Geschädigte einen eigenen Gutachter beauftragt, der den ihm entstandenen Schaden ermittelt. Er bietet also an, dem Geschädigten selbst einen Gutachter zu schicken und die Kosten dafür zu übernehmen. Und oftmals wirbt der Versicherer zusätzlich damit, einen Gutachter einer besonders renommierten Organisation, wie zum Beispiel TÜV oder Dekra zu beauftragen, um das Vertrauen des Geschädigten zu fördern.

Was aber bringt dies dem Versicherer?

Der Versicherer beauftragt ausschließlich Gutachter, mit denen er Kooperationsverträge abgeschlossen hat. Dieser Gutachter handelt mithin ausschließlich im Interesse des Versicherers und nicht des Geschädigten.

Es liegt auf der Hand, dass ein solcher Gutachter versucht, den Schaden am Fahrzeug des Geschädigten möglichst niedrig darzustellen, bzw. zu rechnen.

Auf diese Weise entsteht dem Geschädigten bereits ein Nachteil, weil der Schaden in Wirklichkeit höher liegt, als der vom Versicherer beauftragte Gutachter feststellt. Besonders drastisch wirkt sich dieser Umstand bei Geschädigten aus, die ihr Fahrzeug nicht reparieren lassen, sondern (nur) eine Entschädigung in Geld erhalten wollen.

In solchen Fällen entgehen dem Geschädigten schnell einige hundert oder gar tausend Euro alleine durch diesen Umstand.

DIE LÖSUNG:

Der Geschädigte ist nicht verpflichtet, einen vom Versicherer beauftragten Gutachter zu akzeptieren und er sollte es auch nicht tun. Der Geschädigte kann einen eigenen Gutachter beauftragen, der in seinem Interesse den tatsächlich entstandenen Schaden feststellt. Die Kosten dafür sind vom Versicherer gleichermaßen zu tragen.

„Unfallhelden bietet ein Komplettpaket zum Thema Unfall und KFZ, verbunden mit dem Service einer vollständigen Unfallabwicklung, wie es im deutschen Raum kein zweites Angebot gibt.“ CHIP

Fragen zu einem Verkehrsunfall? Der TÜV-geprüfte KFZ-Schadenservice der UNFALLHELDEN hilft!

Oder rufen Sie uns einfach an: 0800 72 41 794

2. „Sie brauchen sich nicht um die Werkstatt zu kümmern, wir haben eine für Sie!“

Darüber hinaus wird der Versicherer versuchen, dem Geschädigten die Wahl der Reparaturwerkstatt abzunehmen. Um das Vertrauen des Geschädigten zu fördern, wird oft auf die vermeintlich besondere Servicequalität hingewiesen. In Wirklichkeit aber will der Versicherer damit verhindern, dass der Geschädigte sich die Werkstatt seines Vertrauens selbst sucht. Und vor allem versucht der Versicherer, das verunfallte Fahrzeug von einer markengebundenen Werkstatt fernzuhalten.

Was aber bringt dies dem Versicherer?

Der Versicherer hat ein erhebliches Interesse daran, dass er für die Reparatur des Fahrzeugs möglichst wenig bezahlen muss. Deshalb muss die Reparatur möglichst billig ausfallen. Klar ist aber, dass eine möglichst billige Reparatur keine qualitativ hochwertige Reparatur sein kann. Der Geschädigte läuft also Gefahr, dass beispielsweise die Reparatur seines Unfallfahrzeugs nicht fachmännisch, mit gebrauchten Ersatzteilen, nicht vollständig oder anderweitig mangelhaft ausgeführt wird.

Und überlässt der Geschädigte dem Versicherer die Werkstattwahl, schadet es nicht nur ihm selbst: Die Verträge, die die Versicherer mit ihren Partnerwerkstätten abgeschlossen haben, beinhalten wenig überraschend noch zusätzliche Sonderkonditionen. Die Quintessenz daraus ist, dass die Partnerwerkstätten durch die Reparatur eines vom Versicherer vermittelten Fahrzeugs fast nichts mehr verdienen. Zu diesem Ergebnis kam auch erst unlängst eine Studie des Bundesverbandes der Partnerwerkstätten e.V. (im Internet hier zu finden). Die Situation der Partnerwerkstätten wird in der Fachpresse als alarmierend bezeichnet.

Das bedeutet also, wer die Werkstatt nicht selbst aussucht, der schadet nicht nur sich selbst, er schadet auch der Werkstatt. Denn würde er dieselbe Werkstatt selbst beauftragen, würde die Werkstatt Qualitätsarbeit für vernünftige Entlohnung bieten können.