Die 7 Todsünden nach einem Verkehrsunfall

1. Der direkte Anruf bei der gegnerischen Versicherung

Nach einem Verkehrsunfall sollte der Geschädigte niemals selbst Kontakt mit der gegnerischen Versicherung oder mit dem Zentralruf der Autoversicherer aufnehmen!

Warum nicht? Ganz einfach: Der gegnerische Versicherer ist derjenige, der nach dem Autounfall dem Geschädigten gegenüber am Ende „die Zeche bezahlen muss“. Und generell gilt: Wer zahlen muss, ist nicht Ihr Freund!

Was der gegnerische Versicherer oder der Zentralruf der Autoversicherer nach einem Unfall versuchen wird, ist, durch das sog. Aktive Schadenmanagement auf Kosten des Geschädigten Geld zu sparen.

Der Verunfallte tut also sehr gut daran, sich unabhängige Hilfe zu suchen. Nähere Informationen, wie die Versicherer versuchen, auf Kosten des Geschädigten Geld zu sparen, gibt dieser Beitrag.

2. Die Abwicklung ohne Sachverständigengutachten

Nach einem Autounfall tritt oftmals die gegnerische Haftpflichtversicherung an den Verunfallten heran und bittet ihn, auf die Einschaltung eines eigenen Unfallgutachters zu verzichten. Darauf sollte sich das Unfallopfer allerdings niemals einlassen.

Warum nicht?

Ganz einfach: Die Versicherung will den Schaden in einem solchen Fall lediglich mittels Kostenvoranschlag einer Werkstatt regulieren. Dann aber entgehen dem Geschädigten für den Schaden am KFZ spürbar Ansprüche:

Nutzungsausfallentschädigung, Wertminderung, etc.. Zu all dem sagt ein Kostenvoranschlag nämlich nichts aus.

Außerdem dient der Gutachter der späteren Beweissicherung und bietet damit Schutz vor unliebsamen Überraschungen.

Liegt nicht lediglich ein Bagatellschaden vor (Schadenhöhe unter etwa 700,- bis 800,- Euro), muss die gegnerische Versicherung die Kosten für das Unfallgutachten in voller Höhe bezahlen.

3. Die Begutachtung durch einen Sachverständigen der Versicherung

Nach einem Autounfall hat der Geschädigte das Recht, für das Schadengutachten einen eigenen, freien Sachverständigen zu beauftragen, der den Schaden an seinem KFZ nach dem Unfall begutachtet.

Auf keinen Fall sollte sich der Geschädigte auf einen Sachverständigen einlassen, den die gegnerische Haftpflichtversicherung beauftragt hat.

Warum nicht?

Ganz einfach: Bei der Schadenabwicklung gilt der alte Grundsatz „wess‘ Brot ich ess, des Lied ich sing“.

Wird also der Gutachter von der gegnerischen Haftpflichtversicherung beauftragt, wird ein solcher Schadengutachter im Zweifel den Schaden am KFZ nach dem Unfall niedriger beziffern, als es ein freier und unabhängiger Sachverständiger tun würde.

Dem Geschädigten entgehen damit schnell einige hundert oder tausend Euro.

4. Der Verzicht auf einen Rechtsanwalt beim unverschuldeten Unfall

Nach einem Verkehrsunfall hat das Unfallopfer das Recht, seine Rechte durch einen Rechtsanwalt prüfen und wahrnehmen zu lassen.

Die Kosten dafür muss der gegnerische Versicherer übernehmen.

Gerät der Geschädigte unverschuldet in einen Autounfall oder ist er sich nicht sicher, ob ihn eine Teilschuld trifft, sollte er unter keinen Umständen auf einen Rechtsanwalt verzichten.

Warum nicht?

Ganz einfach: Bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung sind Sachbearbeiter mit der Schadenabwicklung beschäftigt, die sich sehr genau auskennen und die vor allem dazu angehalten sind, ihrem Arbeitgeber – der Versicherung – Geld zu sparen.

Begibt sich der Geschädigte also ohne professionelle Hilfe in die Ausandersetzung mit der Haftpflichtversicherung, werden ihm Ansprüche nicht zuerkannt, Ansprüche gekürzt und/oder er wird auf Ansprüche, die ihm eigentlich zustehen, gar nicht hingewiesen.