KFZ-Unfallmeldung im Schadenfall — Wie der Geschädigte bei der Schadenmeldung kein Geld verschenkt

Ein Verkehrsunfall passiert schnell und wurde das eigene KFZ unverschuldet dabei beschädigt, ist schnell der Schadenservice der gegnerischen Haftpflichtversicherung zur Stelle, um dem Geschädigten vermeintlich die Abwicklung zu erleichtern.

Weshalb der Geschädigte gut daran tut, den Autounfall nicht die Versicherung des Unfallgegners abwickeln zu lassen, zeigt der Ratgeber der Unfallhelden.

Der Schadenservice der Versicherer: Was sich dahinter verbirgt

Hat der Schädiger den Autounfall seiner Pflicht entsprechend den Schadenfall kurzfristig seiner Versicherung mitgeteilt, meldet sich in der Regel bald die gegnerische Haftpflichtversicherung beim Geschädigten.

Sie erklärt ihm, einen Unfallbericht erhalten zu haben und ihm anzubieten, mit ihrem Schadenservice die Abwicklung für den Geschädigten so komfortabel, als möglich gestalten zu wollen.

Man bedenke aber: Der gegnerische Versicherer ist es, der den Schadenfall gegenüber dem Geschädigten bezahlen muss. Und stets und immer gilt der Grundsatz: Wer zahlen muss, ist nicht Ihr Freund!

Die Haftpflichtversicherung hat ein ganz vitales Interesse daran, nach dem Autounfall möglichst wenig Geld zu bezahlen.

Denn nahezu jede Autoversicherung wickelt jedenfalls viele tausend Verkehrsunfälle im Jahr ab und spart sie bei jedem einzelnen Verkehrsunfall beispielsweise nur 100 Euro, so kommt dadurch eine ganz erhebliche Summe zusammen, die die Versicherung auf Kosten der Geschädigten einspart.

Wie spart der Schadenservice der Haftpflichtversicherer Geld an einem Schadenfall?

Der erste Schritt ist in der Regel derjenige, dass die gegnerische Versicherung versucht, einen Gutachter zu beauftragen, der das KFZ des Geschädigten begutachtet. Klar ist aber, dass ein solcher Sachverständiger das Interesse seines Auftraggebers wahrt, also versuchen wird, den Schaden am KFZ möglichst niedrig zu beziffern.

Akzeptiert der Geschädigte also einen solchen Gutachter, so verliert er schnell einige hundert oder gar tausend Euro, die ihm nach dem Autounfall eigentlich zustehen würden.

Der zweite Schritt des Schadenservice ist es, den Geschädigten möglichst von einem Ganz zu einem Rechtsanwalt abzuhalten. Denn der Anwalt könnte den Verunfallten natürlich beraten, was ihm nach dem Schadenfall zusteht, und ihn so erst auf Schadenspositionen bringen, die er davor nicht kannte. Außerdem weiß der Anwalt, wie hoch zum Beispiel ein Schmerzensgeld ausfallen müsste, womit die gegnerische Haftpflichtversicherung es mit einem informierten Unfallopfer zu tun bekommt und deshalb mehr bezahlen muss. Zu guter Letzt kostet ein Anwalt natürlich Geld, das die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners nach dem Verkehrsunfall zu bezahlen hat. Dies will sie natürlich vermeiden.

Der dritte Schritt ist in der Regel, dass der Schadenservice versucht, das KFZ in einer der Partnerwerkstätten der Versicherung reparieren zu lassen. Die Partnerwerkstätten der Versicherungswirtschaft sind teils markengebundene, teils freie Reparaturbetriebe, die durch Rahmenverträge zu sehr günstigen Konditionen reparieren müssen, wollen sie das Auftragsvolumen als Partnerwerkstätten nicht gefährden. Das führt dazu, dass der Reparaturbetrieb möglichst günstig reparieren muss, um selbst noch etwas an der eigenen Leistung zu verdienen. Bisweilen konnte so schon beobachtet werden, dass die Reparatur mit gebrauchten Ersatzteilen oder einfach nicht fachmännisch ausgeführt wurde.

Der vierte Schritt ist die Einsparung bei der Ersatzmobilität. Der Geschädigte hat nach dem Verkehrsunfall grundsätzlich Anspruch auf Ersatz angemessener Mietwagenkosten (oder er beansprucht alternativ die Nutzungsausfallentschädigung in Geld), solange sein KFZ unfallbedingt nicht zur Verfügung steht. Weiß der Geschädigte dies nicht, wird ihn der Schadenservice der Versicherung entweder schon nicht darauf hinweisen, oder aber, er wird versuchen, ihm ein ÖPNV-Ticket, ein Fahrrad, oder einen möglichst billigen Mietwagen anzubieten, um dadurch ebenfalls Kosten zu sparen.