Nach einem Autounfall: Abzocke durch die Versicherung?

Unfälle sind auf deutschen Straßen an der Tagesordnung. Jedes Jahr passiert etwa 4 Millionen Mal ein Verkehrsunfall im Bundesgebiet. Das bedeutet, dass jeden Tag viele tausend KFZ unfallbedingt zu Schaden kommen und natürlich gibt es ebensoviele Unfallopfer, die den jeweiligen Unfall abwickeln müssen, um als Geschädigte zu ihrem Schadenersatz durch den gegnerischen Haftpflichtversicherer zu kommen. Der Ratgeber der Unfallhelden beschäftigt sich in dieser Konstellation mit einer besonderen Form von „Versicherungsbetrug“, nur, dass es bei dieser Form von Versicherungsbetrug nicht um einen Betrug an der Versicherung geht (etwa durch provozierte Unfälle), sondern um Betrug durch die Versicherung.

Die Ausgangslage: Ein Verkehrsunfall hat zu Schaden an einem KFZ geführt

Jedes KFZ in Deutschland muss, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen, jedenfalls haftpflichtversichert sein. Der Hintergrund dazu ist klar: Wenn ein Fahrzeug einen Schaden an Sachen einer anderen Person hervorruft, muss dieser Schaden bezahlt werden, auch wenn der Unfallgegner vielleicht das dazu erforderliche Geld nicht hat.
Nach dem Unfall wird also in erster Linie der Versicherer des Schädigers dafür aufkommen müssen. Nachdem Verkehrsunfälle jeden Tag tausendfach passieren, kommt dabei natürlich jedes Jahr eine erhebliche Summe zusammen. Deshalb sind die Versicherer besonders interessiert daran, an jedem einzelnen Schadenfall Geld zu sparen.

Wie lässt sich durch das Regulierungsverhalten für den Versicherer Geld sparen?

Haftpflichtversicherungen verwenden im Wesentlichen zwei unterschiedliche Methoden, mit denen sie am Unfall Einsparungen vornehmen können. Die eine Methode ist diejenige, dass systematisch der Schadenersatz des Geschädigten gekürzt wird, wenn er den Schaden selbst beziffert und zur Regulierung einreicht. Bei einem Totalschaden beispielsweise setzen Haftpflichtversicherungen gerne einigermaßen willkürlich den Wiederbeschaffungswert des verunfallten KFZ niedriger und/oder den Restwert höher an, um dasjenige, was dem Geschädigten zusteht, damit künstlich niedriger zu rechnen.

Aber auch dann, wenn kein Totalschaden bei dem Unfall eingetreten ist, haben Haftpflichtversicherer durchaus Methoden, um den Autofahrer systematisch um ihm zustehendes Geld zu bringen.
Das ist der Grund, weshalb das Unfallopfer niemals ohne Anwalt versuchen sollte, beim gegnerischen Versicherer zu seinem Recht zu kommen.