Schmerzensgeld nach einem Unfall – Was das geschädigte Unfallopfer von der Versicherung des Schädigers verlangen kann

Bei Verkehrsunfällen sind Verletzungen leider keine Seltenheit. Ist der Geschädigte unverschuldet verletzt worden, so steht ihm grundsätzlich ein angemessenes und anhand des Einzelfalles zu bezifferndes Schmerzensgeld zu.

Wie hoch das Schmerzensgeld im Einzelfall ist, hängt vom Grad der Verletzung ab.

Typische Verletzungen nach einem Autounfall sind zum Beispiel ein Schleudertrauma oder eine HWS-Distorsion, aber ebenso können die Unfallfolgen in medizinischer Hinsicht deutlich schlimmer sein und für das Unfallopfer zu bleibenden Schäden führen.

Warum steht dem Geschädigten Schmerzensgeld zu?

Das Schmerzensgeld ist nicht im eigentlichen Sinne eine Entschädigung für einen Schaden, wie ihn das Verkehrsrecht in vielerlei Hinsicht kennt (z.B. Reparaturkosten, Heilbehandlungskosten und dergleichen), es ist vielmehr Ausprägung einer sog. Genugtuungsfunktion und soll für die unfallbedingten Verletzungen damit eine gewisse Kompensation bilden.

Deshalb ist die Schmerzensgeldhöhe auch abhängig vom Grad der Verletzungen, die dem Geschädigten widerfahren sind.

Wie hoch ist der Schmerzensgeldanspruch, gibt es da nicht eine Schmerzensgeldtabelle?

Wie hoch das Schmerzensgeld ist, dass der Verunfallte im Einzelfall von der Versicherung des Unfallgegners verlangen kann, ist eine Frage des Einzelfalles und die Bemessung hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere natürlich der Art und Schwere der Verletzungen.

Eine Schmerzensgeldtabelle im engeren Sinne gibt es nicht, die Schmerzensgeldtabelle ist vielmehr eine Zusammenstellung von Rechtsprechung, die Auskunft darüber gibt, wieviel Schmerzensgeld für was für eine Verletzung in der Vergangenheit von einem Gericht dem Geschädigten zugesprochen wurde.

Die Schmerzensgeldtabelle dient also dem Anwalt im Verkehrsunfallrecht primär dazu, sich anhand der Verletzungen ein Bild darüber zu verschaffen, wie hoch der Anspruch auf Schmerzensgeld seines Mandanten in etwa sein wird.

Für ein „einfaches“ Schleudertrauma ohne Folgeschäden beispielsweise wird das Schmerzensgeld in der Regel bei zwischen 500 und 1000 Euro liegen.

Ist das Schleudertrauma dagegen so stark, dass eine längere Arbeitsunfähigkeit die Folge ist, der Geschädigte sich in Reha begeben muss und möglicherweise Folgeschäden im Raum stehen, so kann das Schmerzensgeld auch für ein Schleudertrauma deutlich höher ausfallen, um der Genugtuungsfunktion zu genügen.