Wie Conni M. fast auf 3.500,- Euro verzichtet hätte

Geschichten aus der Unfallabwicklung

Eines Abends befand sich Conni M. in einer süddeutschen Großstadt gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, als bei einer zweispurigen Abbiegung ein anderer Autofahrer die Fahrbahnmarkierung überfuhr und dabei das Fahrzeug von Conni M. hinten an der Seite rammte.

Wie sich später herausstellte, wurde dadurch der hintere Stoßfänger zerstört, der hintere Kotflügel zerschrammt und eingedellt, die Felge beschädigt, der Reifen in einen nicht mehr verkehrssicheren Zustand versetzt und die Radaufhängung beschädigt. Ohne weiteres sichtbar war das allerdings nicht.

Die einsetzende Dämmerung erschwerte die Identifikation der Schäden zusätzlich. Von Unfallabwicklung verstand Conni M. nichts.

Sie war in ihrem Leben noch in keinen Autounfall verwickelt worden, kannte kein Sachverständigenbüro und generell betrachtete sie ihr Auto auch eher als Gebrauchsgegenstand.

Der Schädiger allerdings war sehr kooperativ: Er zeigte fachmännisch auf die Aufprallstelle und erklärte ihr, die sichtbaren Lackschäden seien sehr einfach zu reparieren, das müsste ein wenig gespachtelt und dann lackiert werden. Dann sei das Fahrzeug wieder „wie neu“.

Seine Schuld gestand er an Ort und Stelle ein und mehr noch, er erklärte sich an Ort und Stelle bereit, Conni M. den Schaden zu ersetzen.

300 Euro bot er ihr an und sagte, damit seien die Lackier- und Spachtelarbeiten leicht zu bezahlen.

Sollte es notwendig sein, wäre er ihr auch gerne bei der Auswahl eines entsprechenden Reparaturbetriebes behilflich. Er kenne da jemanden.