Wertminderung nach Autounfall?

Was ist Wertminderung nach einem Autounfall und wie bemisst sich diese sowie der Wiederbeschaffungswert und die Reparaturkosten?

Marktüblich ist ein Fahrzeug nach einem Unfall weniger wert, als ein gleichartiges, aber unfallfreies KFZ.

Dabei ist unbeachtlich ob das Auto technisch in beanstandungslosem Zustand ist oder ob es einen Schaden hat. Der merkantile Minderwert ist eine rein hypothetische Zahl.

Doch was und wer bestimmt eigentlich wodurch, welche Ausmaße diese Wertminderung hat?

Zur Berechnung der Wertminderung nach einem Autounfall gibt es mehrere Ansätze, in welcher Höhe sie von der Haftpflichtversicherung erstattet werden müssen.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel, wie der merkantile Minderwert nach einem Unfall von einem Sachverständigen mit einer Formel berechnet werden kann: Zur Berechnung der Wertminderung eines Autos werden folgende Informationen benötigt:

  • Alter des Unfallautos (A)
  • Laufleistung in tausend des Unfallautos (L)
  • Geschätzte (durch KFZ-Gutachten) Reparaturkosten (R) (also der eigentliche Schaden)
  • Wiederbeschaffungswert des Unfallautos (W)

Bei Berechnung der Wertminderung eines Autos ergibt sich folgende Formel (stark vereinfacht): Höhe der Wertminderung = {[(2xR)/(55xW)] + [29/550] – [A/100]} x {R+W}

Konstruiert man nun einen Beispielsfall nach dieser Formel: Für ein 4 Jahre altes Auto mit einer Laufleistung von 50.000 km, für das ein Wiederbeschaffungswert von 12 TEUR beziffert ist und für das sich die Reparaturkosten auf 3 TEUR belaufen, kommt man nach der Formel auf folgenden merkantilen Minderwert:

{[(2×3.000)/(55×12.000)] + [29/550] – [4/100]} x {3.000+12.000} = 327,27 € Der merkantile Minderwert nach dieser Formel beträgt somit: 327,27 €.