Was tun bei Totalschaden

Hinter dem Begriff des wirtschaftlichen Totalschadens verbirgt sich eine simple – dennoch vielen unbekannte – Rechnung: Die Reparaturkosten übersteigen 130 Prozent vom Wiederbeschaffungswert des KFZ.

In diesem Fall zahlt die (gegnerische oder eigene) Versicherung lediglich den Wiederbeschaffungswert vom Fahrzeug oder eine Reparatur, deren Kosten nicht höher liegen dürfen als 130% vom Wiederbeschaffungsaufwand.

Vereinfacht bedeutet dies:

Beträgt der Wiederbeschaffungswert eines KFZ 10.000€, so dürfen die Reparaturkosten des Fahrzeugs bei maximal 13.000€ liegen.

Wie wird der Restwert berechnet?
Der Restwert – bei einem Totalschaden häufig auch als Wrackwert bezeichnet – errechnet sich aus Angeboten, die gewerbliche Aufkäufer in einschlägigen Portalen für das jeweilige KFZ zu zahlen bereit sind. < Unter anderem greifen Sachverständige auf diese Portale zu, um den Restwert in ihren Gutachten zu ermitteln.
Was ist nach einem schweren Unfall zu tun?
Ist man in einen Autounfall verwickelt worden und das Fahrzeug ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Totalschaden, sollten Sie zuerst die Polizei und ggf. den Rettungsdienst kontaktieren.
Die Polizei erfasst daraufhin sämtliche relevanten Informationen (u.a. Wer ist der Geschädigte, wer der Unfallverursacher) über den Unfallhergang in einem detaillierten Unfallbericht.
Unfallhelden Praxistipp:
Sollten Sie bei einem Unfall der Geschädigte sein, ist dringend anzuraten, einen unabhängigen Gutachter hinzuzuziehen, der ein umfassendes Sachverständigengutachten über das Fahrzeug erstellt.

Darin werden der Reparaturaufwand festgestellt, der Nutzungsausfall bemessen und der Restwert sowie die Nutzungsausfallentschädigung errechnet.

Ergibt sich aus einem Gutachten, dass es sich tatsächlich um einen Totalschaden handelt, besteht die Möglichkeit, das Wrack an einen sogenannten Restwertaufkäufer zu veräußern, der das Fahrzeug zum veranschlagten Restwert aufkauft.