Schadensersatz nach einem Autounfall

Der Unfall ist passiert, das Fahrzeug ist beschädigt und benötigt eine Reparatur, der Geschädigte ist verletzt und überlegt sich, Schmerzensgeld von der Versicherung zu verlangen.

Was nun? Hat der Geschädigte nach einem Verkehrsunfall Anspruch auf Schadensersatz und wenn ja, was bedeutet das konkret?

Grundsätzlich lassen sich die nach geltendem Verkehrsrecht bestehenden Schadensersatzansprüche des Geschädigten grob in vier Gruppen unterteilen:

1. Schaden am Auto

Nach einem Autounfall hat der Geschädigte grundsätzlich Anspruch darauf, vom Unfallverursacher bzw. dessen Haftpflichtversicherung so gestellt zu werden, als wäre der Unfall nicht geschehen.

Das bedeutet, ihm sind sämtliche Kosten zu ersetzen, die ihm aufgrund des Verkehrsunfalles entstehen. Bezogen auf das KFZ bedeutet dies, der Anspruch auf Schadensersatz umfasst die Kosten für:

– einen eigenen Gutachter, der die Schäden am Fahrzeug erfasst und beziffert, wie hoch Kosten für Reparatur und Wertminderung durch den Verkehrsunfall sind. Der Gutachter besichtigt also das Fahrzeug und fasst die Reparaturkosten zusammen, die die gegnerische Versicherung zu ersetzen hat.

Die Kosten für diesen Sachverständigen hat die Versicherung in vollem Umfang zu erstatten (siehe hierzu auch diesen Beitrag).

– die Instandsetzung des KFZ. Diese ergeben sich grundsätzlich aus dem Gutachten, das von einem unabhängigen Gutachter erstellt wurde. In einem solchen Fall spricht man von der sog. fiktiven Abrechnung.

Der Geschädigte kann ebenfalls das Auto zur Reparatur geben und die Reparaturkosten der Werkstatt bei der Versicherung einreichen, in diesem Fall spricht man von sog. konkreter Abrechnung des Unfallschadens.

– die Wertminderung, die dadurch entsteht, dass das KFZ auch nach Reparatur der Schäden weniger wert ist, als vor dem Unfall. Auch diese Kosten ergeben sich aus dem Gutachten, das der Geschädigte hat erstellen lassen.

2. Schaden am Geschädigten selbst (Personenschaden)

Wird der Geschädigte durch den Verkehrsunfall in seiner Gesundheit geschädigt, so stehen ihm daneben als Schadensersatz weitere Ansprüche zu:

– Ersatz der Heilbehandlungskosten: Muss sich der Geschädigte nach dem Autounfall in ärztliche Behandlung begeben, so sind als Schadensersatz die Kosten zu erstatten, die durch diese Behandlung entstehen.

– angemessenes Schmerzensgeld: Je nach Grad der Verletzung steht dem Verletzten darüber hinaus ein angemessenes Schmerzensgeld zu.

Dieses bemisst sich anhand gewisser Richtwerte der Rechtsprechung in Abhängigkeit von der Schwere der Verletzungen, die der Geschädigte bei dem Unfall erlitten hat. Eine Möglichkeit, die Höhe des Schmerzensgeldes durch Gutachten feststellen zu lassen, gibt es nicht.

– Verdienstausfall: Hat der Verunfallte durch den Unfall Verletzungen davongetragen, die ihn dauerhaft oder vorübergehend in seiner Erwerbstätigkeit behindern, so ist ihm auch für den erlittenen Verdienstausfall Ersatz zu leisten.

– Ersatz des Haushaltsführungsschadens: Ist es nach dem Verkehrsunfall notwendig, dass die Haushaltsführung durch zusätzliche Personen übernommen wird, so müssen auch diese Kosten ersetzt werden. Das ist der Fall, wenn der Verunfallte aufgrund des Verkehrsunfalls außer Stande ist, die Haushaltsführung selbst zu erledigen.

– Ersatz der Kosten für Besuche naher Angehöriger: Befindet sich der Verunfallte nach einem Verkehrsunfall längerfristig in einem Krankenhaus, so müssen unter Umständen auch Kosten ersetzt werden, die nahen Angehörigen entstehen, die ihn dort besuchen. In der Regel betrifft dies Fälle, in denen der Verkehrsunfall und damit der Krankenhausaufenthalt an einem vom Wohnort entfernten Ort passiert.

Nähere Informationen zu Personenschäden in der Unfallregulierung liefert dieser Beitrag.