Gutachter nach einem Autounfall

Warum sollte nach einem Autounfall ein Sachverständiger den Schaden begutachten?

Ein Unfallgutachten bzw. Schadengutachten ist für den Verunfallten der sicherste und beste Weg, um die gegnerische Haftpflichtversicherung zur Schadenabwicklung bzw. Unfallabwicklung zu bewegen.

Es dient zur Unfallrekonstruktion, bestimmt den Schadenumfang und die Schadenhöhe (z.B. bezüglich Reparaturkosten), bezeichnet Altschäden (sofern vorhanden), Verbringungskosten und ggf. Wiederbeschaffungswert und dient elementar der Beweissicherung.

Der Sachverständige stellt in seinem Gutachten außerdem die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung fest, die der Geschädigte beanspruchen kann.

Wann darf der Geschädigte ein Sachverständigenbüro mit der Erstellung eines Schadensgutachtens beauftragen?

Grundsätzlich darf das Unfallopfer nach einem Verkehrsunfall immer einen KFZ-Gutachter mit der Schadensfeststellung beauftragen, die Frage ist nur, ob der Unfallgegner bzw. die gegnerische Versicherung die Kosten für das Unfallgutachten zu tragen hat.

Dies richtet sich grundsätzlich nach der Schadenhöhe: Bei Bagatellschäden ist die Erstellung eines Schadengutachten nicht erforderlich, der Geschädigte muss in einem solchen Fall einen Kostenvoranschlag erstellen lassen, die Kosten für ein Gutachten werden nicht übernommen.

Die Bagatellgrenze liegt bei etwa 700 bis 800 Euro. Außerdem muss es sich natürlich um einen Haftpflichtfall handeln, der Schädiger muss also die Schuld an dem Verkehrsunfall tragen.

Ansonsten übernimmt die gegnerische Haftpflichtversicherung die Kosten für den Unfallgutachter nicht.

Worin liegt der Vorteil bei einem Unfallgutachten gegenüber einem Kostenvoranschlag?

Der Kostenvoranschlag legt im Grunde nur die voraussichtlichen Reparaturkosten fest. Für die Unfallrekonstruktion und Beweissicherung gibt er außerdem nichts her.

Er trifft außerdem keine Aussage über den Nutzungsausfall bzw. die Nutzungsausfallentschädigung, die der Geschädigte von der Haftpflichtversicherung bzw. deren Versicherungsnehmer beanspruchen kann.

Auch sagt der Kostenvoranschlag nichts über die Wertminderung. Der wirkliche Schadenumfang für die Schadenabwicklung ergibt sich also nur aus dem Gutachten, das das Sachverständigenbüro erstellt hat.

Gibt es Organisationen, in denen Unfallgutachter organisiert sind? Was ist zum Beispiel der BVSK?

Ja, davon gibt es mehrere, der BVSK ist eine davon. BVSK steht für Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen.

Andere Organisationen gibt es daneben auch, in denen Gutachter organisiert sind.

Dekra und TÜV sind allerdings zum Beispiel keine Verbände, sondern wirtschaftlich orientierte, große Sachverständigenunternehmen.