Autounfall mit einem Leasingfahrzeug

Was muss man bei einem Autounfall mit einem Leasingfahrzeug beachten?

Die Schwierigkeit bei einem Autounfall mit einem Leasingfahrzeug liegt in einer „Dreiecksbeziehung“. Es existieren eben nicht nur Schädiger und Geschädigter in dieser Situation, sondern auch der Leasinggeber bzw. die Leasinggesellschaft als Eigentümer bzw. manchmal auch Halter des verunfallten KFZ.

Auch die Vereinbarungen zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer spielen daher eine Rolle bei einem Verkehrsunfall mit einem Leasingfahrzeug.

Das Leasingvertragsrecht und der Schadenersatzanspruch laufen in diesen Fällen nach einem Unfall manchmal nicht synchron.

Es kann zum Beispiel passieren, dass der Schadenersatz nicht reicht, um die Ansprüche des Leasinggebers gegen den Leasingnehmer abzudecken.

Zum Beispiel bei einem Totalschaden – der schuldige Unfallgegner bzw. dessen Versicherer muss nach geltendem Verkehrsrecht bei einer Totalschadenabrechnung nur den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert erstatten.

Die Ansprüche aus dem Leasingvertrag gegen den schuldlosen Verunfallten können aber höher sein, je nachdem, wie hoch die Schadensersatzleistung ausfällt und das Leasing noch andauert.

Der Leasingnehmer kann eine solche Situation nach einem Unfall entweder riskieren oder mit einer eigens dagegen abgeschlossenen Versicherung (sog. GAP-Versicherung) abdecken.

In der Regel wird der Leasinggeber auf einer solchen Versicherung bei Abschluss des Leasingvertrages ohnehin bestehen.

Wer kann bei einem Verkehrsunfall mit einem Leasingfahrzeug Ansprüche stellen?

Wenn es um das Leasingfahrzeug geht, ist der Leasinggeber grundsätzlich Anspruchsinhaber, da er Eigentümer des Fahrzeuges ist. Häufig allerdings sind dazu im Leasingvertrag abweichende Regelungen getroffen.

Es ist auch möglich, dass sich der Leasinggeber beispielsweise nur um Totalschäden kümmern möchte und alles andere dem Leasingnehmer überlässt, der Einzelfall richtet sich immer nach dem Leasingvertrag.

Häufig wickelt nach einem Unfall der Leasinggeber nur Totalschäden ab, in anderen Fällen der Leasingnehmer anderweitige Reparaturkosten und andere Schadensersatzansprüche.

Wem steht die Wertminderung bzw. der Ersatz an merkantilem Minderwert zu?Für Wertminderung bzw. merkantiler Minderwert gibt es keine Besonderheiten. Sie steht nach den Regeln der meisten Leasingverträge dem Leasinggeber zu.

Auch hier ist wieder der Hintergrund: Am Ende (also nach Ablauf des Leasingzeitraums) muss die Leasinggesellschaft den Wert realisieren, den sie vor Abschluss des Vertrages als Restwert kalkuliert hat und der durch die Leasingraten nicht amortisiert wird.

Nach einem Autounfall muss der Ersatz für die Wertminderung daher dem Eigentümer des Fahrzeuges ausbezahlt werden.