Der Unfallschaden in der Abwicklung

Worauf muss der Geschädigte bei der Unfallabwicklung achten?

Grundsätzlich kann nach einem Autounfall der Unfallschaden auf Gutachtenbasis abgewickelt werden.

Das bedeutet, dass der Schadenumfang und die Schadenhöhe nach dem Unfall durch einen Gutachter ermittelt wird, den der gegnerische Versicherer zu bezahlen hat.

Dies nennt man Unfallschadenabwicklung auf Gutachtenbasis oder fiktive Abrechnung.

Vorteile der fiktiven Abrechnung

Für den Geschädigten bietet diese Form der Unfallabwicklung zahlreiche Vorteile:

Der Gutachter bemisst für die Schadenabwicklung nicht nur die Reparaturkosten, vielmehr beziffert er für den Geschädigten nach dem Verkehrsunfall den merkantilen Minderwert bzw. die Wertminderung, ggf. den Restwert sowie den Nutzungsausfall und damit die Nutzungsausfallentschädigung.

Die Schadenshöhe wird damit neben der besseren Beweissicherung wesentlich präziser erfasst.

Die Sachverständigenkosten gehören nach dem Auto- bzw. Verkehrsunfall ebenfalls zu dem Haftpflichtschaden, den die gegnerische Versicherung dem Geschädigten zu ersetzen hat.

Dies gilt im Grunde unabhängig vom Schadenumfang nach einem unverschuldeten Autounfall, die Sachverständigenkosten müssen dem Geschädigten nur dann nicht ersetzt werden, wenn ein sog.

Bagatellschaden vorliegt (das ist der Fall, wenn der Schaden zwischen etwa 700 und 800 Euro liegt, also allenfalls bei einem sehr kleinen Blechschaden).

Dies ist nicht die Regel bei einem Autounfall, da beispielsweise bereits ein nicht zu schwerer Auffahrunfall zu einem erheblichen Blechschaden und sonstigen Unfallschäden führen wird.

Liegt kein Bagatellschaden vor, so sind die Kosten für das Gutachten nach dem Unfall als weiterer Unfallschaden bei der Schadensabwicklung vom gegnerischen Versicherer zu ersetzen.

Abschleppkosten für das KFZ muss der Versicherer ebenfalls ersetzen, auch wenn der Geschädigte beispielsweise die ADAC Pannenhilfe als Mitglied kostenfrei in Anspruch genommen hat.